Aktionen 2010

Fall von schwerer Vernachlässigung

Am 26.12.2010

Mutterstute verhungerte auf der Weide

Tatort: Weide am Ortseingang von Riebelsdorf

Unfassbar: Mutterstute verhungert auf Weide !


Am Abend des 2. Weihnachtstages meldete sich eine besorgte Tierfreundin auf unserem TNH-Handy mit der Aussage, dass auf einer Weide am Ortseingang von Riebelsdorf (von Schwalmstadt kommend) schon den ganzen Tag eine Mutterstute auf dem Boden liegen würde. Drei Mitglieder der TNH machten sich umgehend auf den Weg, um der Sache nachzugehen. In Begleitung eines Mitarbeiters des Veterinäramtes und nach einem beschwerlichen Fußmarsch durch Dunkelheit, tiefen Schnee und eisige Kälte, bot sich den Tierschützern ein herzzerreißender Anblick: Eine bis auf die Knochen abgemagerte Schimmelstute, schutzlos der eisigen Kälte ausgeliefert, auf der Wiese im Schnee liegend, ihr Blick voller Qual. Die Körpertemperatur lag mit 33 Grad weit unter dem Normalbereich. Das hilflose Stupsen ihres Fohlens auf Suche nach Milch motivierte die Stute immer wieder zu Versuchen hoch zu kommen. Doch das war von ihrem ausgezehrten Körper nicht mehr zu leisten. Eine offene Beinverletzung verriet, dass diesem Versuch schon viele vorausgegangen sein mussten.

Eine eilig herbeigerufene Tierärztin bestätigte, dass die unterernährte Stute unendlich leide, am Ende ihrer Kräfte sei und nur durch eine Euthanasie von ihrem Leiden befreit werden könne. Während des Wartens auf den Erlösung bringenden Tod scharrte sich die gesamte Pferdeherde schützend um ihr sterbendes Familienmitglied.

Bei solchen Bildern, die sich fest in die Köpfe der Tierschützer einbrennen, stellt sich immer wieder die Frage, wie es Menschen so weit kommen lassen können? Das Veterinäramt hat die Obduktion des Pferdekörpers zur Abklärung der genauen Todesursache veranlasst und wird Strafanzeige erstatten, um diese Vernachlässigung nicht ungestraft zu lassen. Die Aufnahme von Fotos hat uns der Besitzer der Tiere nicht gestattet, daher können wir hier keine Beweisfotos zeigen.