Aktionen 2011

Tierbörse in Borken

Haustier- und Kleintierbörse

Am 17.04.2011

Im Kraftwerk Borken

Am 17. April 2011 fand in Borken (Hessen) eine Tierbörse statt. Da Veranstaltungen dieser Art zumeist nicht im Sinne des Tierschutzes sind, waren Mitglieder der TNH in Zusammenarbeit mit dem Tierschutzverein Homberg-Borken und anderen Tierschutzvereinen vor Ort, um einen Eindruck über den Ablauf dieser Börse zu erhalten. Wie schon im Vorfeld befürchtet, mussten wir leider etliche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz sowie die Leitlinien zur Ausrichtung von Tierbörsen bemerken. Diese Leitlinien wurden vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unter den Gesichtspunkten des Tierschutzes herausgegeben. Da es sich bei den Leitlinien nicht um eine rechtsverbindliche Grundlage handelt, ist die Einhaltung nicht zwingend und so wird dem gedankenlosen Umgang mit Tieren Tür und Tor geöffnet.

 

Ein großer Kritikpunkt war, dass die Tiere an fast allen Ständen von Besuchern angefasst werden durften! Eine räumliche Trennung, z.B. durch einen Tisch oder eine Bank vor den Käfigen fand nicht statt und so waren die Tiere schutzlos dem "Angrapschen" ausgesetzt oder die Verkäufer machten sich nicht die Mühe, den Besuchern das Anfassen zu untersagen.

                   

  

   

 

Der Tag der Veranstaltung war ein sehr warmer, fast schon heißer Frühlingstag und etliche Stände waren in der prallen Sonne aufgebaut. Vielleicht finden manche Menschen es nicht wichtig, dass "Schlachttiere" (hier Wachteln) ohne Wasser in ihren Käfigen sitzen müssen - wir sehen das anders. Auf unsere Bitte hat der Verkäufer auch sofort die Trinkgefäße aufgefüllt bzw. neue Behältnisse angehängt. Hier wäre eine strengere Regelung von Seiten des Veranstalters wünschenswert, so dass die Verkäufer vor Beginn der Börse wissen, was von ihnen erwartet wird. Das gilt auch für die Größe und Qualität der Käfige. Viele Tiere waren in zu kleinen Behältnissen untergebracht. Auch nach dem Kauf waren die Transportbehältnisse oftmals völlig ungeeignet und die neuen Besitzer sind noch in aller Ruhe auf dem Gelände herumgeschlendert - das gekaufte Tier wurde dem Streß ausgesetzt, bei den hohen Temperaturen in einer kleinen Transportbox mitgeschleift zu werden. Die Örtlichkeit gibt es her, einen Verwahrungsraum für die gekauften Tiere zur Verfügung zu stellen. Mit Nummern versehen könnten die Käufer ihre Tiere in einem ruhigen kühlen (im Winter beheizten) und überwachten Raum abgeben und später wieder abholen.

 

 

 

Was wir vermisst haben war die Kennzeichnung der einzelnen Käfige - jedes Tier sollte mit Art, Alter, Herkunft und Haltungsbedingungen präsentiert werden. Das war in Borken nicht der Fall. Auch der Verkauf von lebenden Tieren an Minderjährige war kein Problem für die Verkäufer! Das sind Vorgehensweisen, die durch Auflagen des Veranstalters schon im Vorfeld verhindert werden könnten.

 

      

 

Für die Zukunft sind weitere Börsen in Borken geplant. Uns ist bewusst, dass wir dies höchstwahrscheinlich nicht verhindern können. Wenn solche Veranstaltungen schon stattfinden sollen, dann aber bitte im Sinne des Tierschutzes! Hier wäre die Erstellung einer Börsenordnung aus unserer Sicht der erste Schritt. Vorlagen dafür gibt es schon, da muss man das Rad nicht neu erfinden. Sinnvoll wäre es auch, auf dem Plakat und bei Anzeigen in der Zeitung darauf hinzuweisen, dass auf Tierbörsen das Mitbringen der eigenen Hunde nicht gestattet ist. Das würde verhindern, dass Leute verärgert wegfahren oder - noch schlimmer - ihre Hunde im heißen Auto lassen!  Die Gedankenlosigkeit vieler Menschen - in den meisten Fällen steckt dahinter bestimmt keine böse Absicht - führt dazu, dass Tieren Leid zugefügt wird. Wir hoffen, dass die Sensibilität für die Bedürfnisse der Tiere bei den Besuchern, den Verkäufern und den Veranstaltern solcher Börsen stärker wird. Jeder kann etwas dazu beitragen, dass der ursprüngliche Gedanke von Tierbörsen umgesetzt wird: Der regionale Wissens- und Informationsaustausch von Tierhaltern untereinander - das ist im Grunde auch gar keine schlechte Sache. Aber nur, wenn es nicht auf Kosten der Tiere geht!